Die Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie (Chefarzt Prof. Dr. Klaus Günther) in der Klinik Hallerwiese ist auf die sogenannte "Schlüsselloch-Chirurgie" spezialisiert. Hier kommen diese modernen und schonenden Verfahren routinemäßig zur Anwendung bei Gallenblasen-, Blinddarm- und Dickdarmteilentfernungen sowie bei Leistenbruchreparationen und bei der Therapie des krankhaften Sodbrennens (Fundoplikatio).
Eine hochaktuelle Weiterentwicklung dieser „Schlüsselloch-Chirurgie“, bei der bislang über insges. 3 – 4 Schnitte von zwischen 0,5 und 1,5 cm Länge operiert wurde, stellt nun die sog. „SILS-Technik“ (single incison laparoscopic surgery) dar.
Hierbei wird über nur noch einen einzigen (!), ca. 1,5cm langen Schnitt operiert. Alle für die Operation notwendigen Instrumente, bei denen es sich um lange, dünne Spezialanfertigungen handelt, werden über diesen einzigen Schnitt in den Körper eingeführt. Dabei wird der Fortgang der Operation via modernster, hochauflösender HD-TV-Videotechnik verfolgt. Als weitere Besonderheit wird dieser einzige Schnitt direkt durch den Nabel gesetzt, sodass die spätere Narbe nach der Abheilung so gut wie überhaupt nicht mehr sichtbar ist.
Auf diese Weise konnte bei einer Patientin - erstmals in Nürnberg - durch Oberarzt Dr. Hartmut Roth in unserer Klinik im Sommer diesen Jahres die Gallenblase erfolgreich und in nur etwa 30 Minuten entfernt werden.
Doch nicht nur der kosmetische Vorteil spricht für diese SILS-Technik, sondern auch die deutlich geringeren Schmerzen nach der Operation sowie die als wohl niedriger zu erwartende Rate an späterer Narbenbruchbildung.
Vorerst kann allerdings noch nicht jeder Patient mit dieser Methode operiert werden. Schwere Entzündungen der Gallenblase sollten beispielsweise noch mit mehreren Schnitten in herkömmlicher minimal-invasiver Technik angegangen werden!
Trotz dieser sorgfältigen Patientenauswahl wurden bis jetzt Ende September 2009 insgesamt 8 Patienten erfolgreich in der SILS-Technik an der Gallenblase operiert und die meisten dieser Patienten wurden wohlauf bereits am zweiten Tag nach der Operation nach Hause entlassen.
Dr. Hartmut Roth, ein ausgewiesener Spezialist für minimal-invasive Chirurgie, der auch zusammen mit den Kollegen der kinderchirurgischen Abteilung (Chefarzt Dr. Hans-Joachim Beyer) aus der Cnopf'schen Kinderklinik in dieser Technik sogar Kinder operiert, ist sich sicher: "Der weiteren Miniaturisierung der Zugangswege, also der notwendigen Schnitte, gehört die Zukunft. Es wird der Patientenkomfort sein, der zu Recht die technische Weiterentwicklung vorantreibt".

Sabine Friedrich
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